Neue Förderrichtlinie ist realitätsfern

Das Land Niedersachsen möchte mit einer neuen Förderrichtlinie den Aufenthalt in Frauenhäusern auf drei Monate begrenzen.

Franziska
Franziska Junker


„Die Befristung des Aufenthaltes durch die Kostenträger ist der falsche Ansatz, es zeigt sich wieder einmal wie wenig sich die Politik mit dem Thema Frauen und Gewalt auseinandersetzt.“ ärgert sich Franziska Junker, Mitglied im Landesvorstand DIE LINKE.Niedersachsen.


In der Corona-Krise hat sich das Problem der häuslichen Gewalt deutlich verschärft. Kurzarbeit, Beschränkungen im Alltag und fehlende Sozialkontakte sind Gründe für diese Verschärfung. Umso wichtiger wäre grade jetzt der lang zugesagte Ausbau von Frauenhausplätzen.

Es fehlen immer noch über 14000 Plätze, obwohl sich Deutschland bereits 2018 mit der Istanbul-Konvention verpflichtet hat diese Plätze zu schaffen.
„Innerhalb von drei Monaten kann man sich kaum um die Organisation und die Absicherung der neuen Lebenssituation kümmern.

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Anne Zimmermann

Neben dem bürokratischen Aufwand müssen die Frauen zudem die Chance haben erstmal zur Ruhe zu kommen. Die neue Förderrichtlinie ist völlig wirklichkeitsfern. Stattdessen muss das vorhandene Angebot dringend sofort ausgebaut werden.“ fordert Anne Zimmermann, Mitglied im Landesvorstand DIE LINKE.Niedersachsen.


Bei einer zeitlichen Begrenzung droht den Frauen und Kindern anschließend eine Obdachlosenunterkunft. „Das ist nicht akzeptabel, den Worten müssen endlich Taten folgen.“ so Junker und Zimmermann abschließend.