KEIN VERGEBEN – KEIN VERGESSEN!

Am 9. November vor 83 Jahren begann mit den Novemberpogromen die systematische Verfolgung von Jüdinnen und Juden in Deutschland. Nazis zerstörten Synagogen, Geschäfte und Wohnungen.

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Franziska Junker

Heute gedenken wir der grauenvollen Ereignisse dieser Zeit, und erinnern uns an unsere Verantwortung so etwas nie wieder zuzulassen. Als PARTEI DIE LINKE,  ist es unsere Pflicht, Antisemitismus entschieden zu bekämpfen und uns den Feinden der Demokratie laut entgegenzustellen. Wir dürfen nicht vergessen und nicht wegsehen.

Man darf nicht unterschätzen, dass Zivilbevölkerung nicht selten sogar noch blutrünstiger war als das Nazi-Regime und sein organisierter Genozid selbst – auch wenn das heute für die unmündige Mehrheit der Naiven, Eingelullten, Unreflektierten und Ignoranten kaum nachvollziehbar noch vorstellbar scheint, aber auch bis dato kein echtes Problembewusstsein besteht. Es war nicht einfach „nur“ ein Gewaltregime, das damals die Masse der Bevölkerung entmachtet und unterworfen hätte.

Es war eine Masse der Bevölkerung, die ein solches Regime bewusst installiert haben wollte und deren Treiben nicht bloß erlitten sondern ermöglicht und gewollt hat. DAS gehört zur entsetzlichen Wahrheit über Nazi-Deutschland. Und diese Bevölkerung war nach 1945 und auch weit danach immer noch praktisch dieselbe. Erst die 68er Generation hat offensiv damit aufräumen wollen. Sie haben keinen Systemwechsel erreicht.

Ist möglicherweise ein Bild von Text „Niemals vergessen! 令“

Das „Nie wieder“ ist das politische System der Bundesrepublik effektiv durchgängig schuldig geblieben. Und genau dieses Unterlassen hat bis heute rechtes Gedankengut und rechte Gewalt, gerade auch im, durch den und aus dem Staatsapparat und ebenso in der Bevölkerung ermöglicht. Auch DAS gehört zur bitteren und entsetzlichen Wahrheit.

Ich habe heute meinen ersten offiziellen Termin als Ratsmitglied der Gemeinde WOL, wahr genommen. In Ihrhove war eine Gedenkveranstaltung zu den Reichspogromen am 09 November 1938. Es waren viele Gäste geladen. Unter anderem der 96-jährige Holocaust überlebende, Albrecht Weinberg (von 1943 bis 1945 in Auschwitz und Bergen Belsen im KZ) aus Rhauderfehn (Bild)

Alf Reuwsaat

Ist möglicherweise ein Bild von 1 Person, steht, Denkmal und außen

und Hermann Adams, der die Schicksale der jüdischen Familien in Westoverledingen erforscht hat. Auf dem anderen Bild sieht man mehrere Stehlen. Jede steht für einen ermordeten jüdischen Menschen. Schüler, des Schulzentrums Collhusen, haben sich 13 Lebensläufe dieser ermordeten Juden, herausgesucht und diese vorgelesen. Danach hat jeder Schüler eine Rose an den Stehlen, nieder gelegt. Zum Abschluß wurde dann noch ein jüdisches Lied gespielt.

Es war alles sehr ergreifend… „Ihr seid nicht schuld an dem, was war, aber verantwortlich dafür, dass es nicht mehr geschieht.“ (Max Mannheimer 1920-2016, Holocaust-Überlebender)

Die Novemberpogrome 1938 – bezogen auf die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 auch Reichskristallnacht oder Kristallnacht, Jahrzehnte später Reichspogromnacht genannt – waren vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden in Deutschland und Österreich.

Dabei wurden vom 7. bis 13. November mehrere hundert Juden ermordet, mindestens 300 nahmen sich das Leben. Mehr als 1400 SynagogenBetstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Ab dem 10. November wurden ungefähr 30.000 Juden in Konzentrationslagern inhaftiert, wo ebenfalls Hunderte ermordet wurden oder an den Haftfolgen starben.

Die Pogrome markieren den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden ab 1933 hin zu ihrer systematischen Vertreibung. Inwieweit sie eine Vorstufe zu dem drei Jahre später beginnenden Holocaust darstellen, ist in der Geschichtswissenschaft umstritten.

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